Freitag, 7. Oktober 2016

Fehler bei der Blondverteidigung - Ein psychologisches Detail

Um gegen die abfälligen Gehässigkeiten und ungerechtfertigten Lügen ausgesprochener Blondhasser vorzugehen, sollte man es tunlichst vermeiden, argumentativ mit einer bloßen Verneinung zu reagieren. Zu einer Verneinung gehört das erneute Verinnerlichen der im Gespräch gefallenen zu gut bekannten negativen Vorurteile. Man rückt diese wieder ins Bewusstsein, was sich als psychologisch ungünstig erweist. Das Unterbewusstsein kann eine Verneinung nicht verarbeiten.
 
Folgendes ist also zu vermeiden:

Blonde sind nicht -x! zum Beispiel: Blonde sind nicht hässlich!

Besser wäre, anstatt -x zu verneinen, ein positives widerlegendes Prädikat (x) anzubringen.

Also: Blonde sind x! oder Blonde sind attraktiv!
 
    
Will man allgemein etwas Positives über eine Gruppe von Menschen sagen, wäre es ratsam weder -x zu verneinen, noch x zu sagen. Die Aussage dreht sich dann immer noch um das prominente Vorurteil, das am besten aus den Köpfen völlig verschwinden soll. In unserem Beispiel ist das das Aussehen blonder Menschen. Gelten Blonde also aus ausgesprochen hässlich im allgemeinen Empfinden der Zeit, dreht sich auch die Rechtfertigung, dass sie attraktiv seien, um das Vorurteil. Indirekt wird das Vorurteil dadurch wieder bestätigt. In einem völlig neutralen Gespräch sind daher jegliche Aussagen, die sich um die Widerlegung kreisen - positive (x) wie negativ verneinende - fehl am Platz.
   
Solange die altbekannten Stereotype nicht aufgebracht wurden, wäre die klügste Aussage daher die eher neutral daherkommende Aussage y.
   
Also weder:

Blonde sind nicht hässlich! (x),

noch

Blonde sind attraktiv! (-x),

sondern

Blonde sind tierlieb! (y). 

     
Ich selber bringe hier als Anschauungsbeispiel auch bewusst nicht die althergebrachten antiblonden Meme aus den nur zu gut bekannten Witzen und erfinde lieber ein eher unabhängiges Beispiel (hier eben das Aussehen blonder Menschen, um das die Argumentation kreist).
 
Eine Ausnahme ist es, wenn man deskriptiv über Negativvorurteile spricht, ja sprechen muss, um sie entkräften zu können. Dabei ist es natürlich besser, über die Leute zu sprechen, die solche Vorurteile aufbringen, anstatt selber naiv noch an die Vorurteile zu glauben und sie einfach nur mit einem aggressiven „Nein, sie sind nicht x!“ zu widerlegen. Leider lässt es sich nicht immer vermeiden.

Das soll eine kleine Anleitung zum richtigen Argumentieren sein. Warum Blonde nun dies und das sein sollen oder nicht sein sollen - das Weil - damit beschäftigt sich dieser Beitrag natürlich nicht.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen